Am 06. März beginnt mit dem Aschermittwoch wieder die 40-tägige Fastenzeit.

Seit vielen Jahren “faste” ich in dieser Zeit. Nicht unbedingt aus religiösen Gründen, sondern weil ich es gut finde, auch mal auf etwas zu verzichten. Deshalb wähle ich immer etwas, das mir “weh tut”. Auf Alkohol zu verzichten ist nichts für mich, weil ich ohnehin kaum welchen trinke. Meistens verzichte ich auf Naschereien aller Art, wie Schokolade, Kuchen und Chips. Einmal hab ich es geschafft, dass ich die ganzen 40 Tage auf Kaffee verzichtet habe. Und was soll ich sagen, noch nie habe ich mir Ostern so sehr herbeigesehnt – und zwar die gesamten 40 Tage lang 🙂

Das könnte sich jetzt ändern! Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, komplett auf Zucker zu verzichten. Umso mehr freut es mich, dass ich dieses Jahr Unterstützung von meiner lieben Sabina bekomme, die diesmal auch fastet!

Das nehmen wir uns vor

Wenn wir von „zuckerfrei“ sprechen, dann meinen wir damit auf Industriezucker zu verzichten. Obst werden wir weiterhin essen, weil es für uns zu einer gesunden Ernährung einfach dazugehört. Zucker hat viele Namen (Saccharose, Dextrose, Glukose, usw.) und wird bei sehr vielen Lebensmitteln beigemengt. Da wir keine Ernährungsexpertinnen sind und auch keine Wissenschaft aus diesem Abenteuer machen möchten, haben wir uns dafür entschieden möglichst „clean“ zu essen. Clean Eating bedeutet lt. www.gesund.at „[…] ausschließlich unverarbeitete Lebensmittel ohne Zusatzstoffe zu essen“.

Darauf werden wir verzichten

  • Gesüßte Getränke, Fruchtsäfte, Fruchtsaftkonzentrate
  • Fertigprodukte, dazu zählen wir auch bereits fertige Fruchtjoghurts, Fertigsoßen und -dressings
  • Fast Food
  • Weißbrot
  • Süßigkeiten im Allgemeinen (Schokolade, Kekse, Chips, Knabbereien, usw.)

Das gibt es nur in kleinen Mengen

  • Honig, Sirup (z.B. Ahornsirup)
  • Sehr zuckerhaltiges Obst wie Bananen, Ananas und Trauben
  • Kalorienfreie Light-Getränke

Bevorzugte Lebensmittel

  • Wasser und ungesüßter Kaffee und Tee
  • Obst und Gemüse, sowie Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen
  • Topfen, Naturjoghurt und Käse
  • Fisch, Fleisch, Eier
  • Vollkornbrot und -nudeln
  • Samen, Nüsse und Kerne
  • Öle

Vorbereitung auf die Fastenzeit

Um optimal in dieses Abenteuer zu starten ist es aus meiner Erfahrung sehr wichtig, sich darauf vorzubereiten. Ich habe für dich die Punkte zusammengefasst, die mir bisher am meisten geholfen haben:

Klare „Regeln“

Für mich ist es sehr wichtig, bereits im Vorfeld ganz klar zu formulieren, worauf ich verzichten möchte. Wenn man auf Süßigkeiten verzichtet, sind dann nur süße Sachen gemeint oder auch Chips und Salzstangen? Entscheidet man sich für Digital Detox, verzichtet man dann über einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel einzelne Tage) komplett oder täglich zu gewissen Zeiten (etwa täglich ab 19:00 Uhr)?

Rezeptideen

In den ersten Tagen fällt mir der Verzicht auf Zucker/Süßes sehr schwer. Um diese gut zu überstehen, überlege ich mir bereits im Vorfeld ein paar „Alternativspeisen“. Ich greife bei Heißhunger auf Süßes gerne auf selbstgemachte Smoothies zurück. Dafür braucht man nicht viele Zutaten, man kann bei der Zusammensetzung wunderbar variieren und sie sind schnell zubereitet.

Großeinkauf

Spätestens am Faschingsdienstag decke ich mich mit genug Lebensmitteln ein, die ich für meinen Vorsatz brauche. Denn was nutzen Alternativrezepte wenn man die dafür benötigten Zutaten nicht zu Hause hat. Besonders Obst, Gemüse und gesunde Snacks, wie Nüsse aller Art oder Apfelmark (enthält im Gegensatz zu Apfelmus keinen Zucker – ACHTUNG: immer Etikett lesen!) landen dann in meinem Einkaufswagen. Ein guter Tipp ist auch ein Einkauf auf dem Markt, wo es viele frisch zubereitete Speisen gibt und man auch meist direkt mit den Herstellern sprechen kann.

Genug essen und trinken

Wenn ich auf Zucker verzichte bekomme ich in den ersten Tagen regelrechte Entzugserscheinungen. Um diese zumindest etwas im Zaum halten zu können, achte ich bei der Ernährung – besonders in den ersten Tagen – auf diese Dinge:

  • Viel trinken

    Du hast bestimmt schon davon gehört – oder kennst es so wie ich aus eigener Erfahrung – dass Durst oft mit Hunger verwechselt wird. Genug trinken soll man ja ohnehin immer, aber in dieser Zeit achte ich ganz besonders darauf, regelmäßig und genug zu trinken.

  • Regelmäßig essen

    Wenn der Alltag stressig ist, vergesse ich oft zu essen und merke es erst, wenn ich schon so hungrig bin, dass ich am liebsten alles um mich herum in mich hineinstopfen möchte. Das macht den Verzicht auf Zucker noch schwerer. Deshalb bereite ich mir schon am Faschingsdienstag etwas zu essen für Aschermittwoch vor. Meist einen selbstgemachten Smoothie. Dieser stillt morgens gleich mal meine Gelüste auf Süßes, ich bekomme sofort eine gute Portion Obst und Gemüse in meinen Bauch und er lässt sich auch prima mit zur Arbeit/Uni/Schule nehmen. Zudem verteile ich überall gesunde Snacks: in der Wohnung, in der Handtasche und auch am Arbeitsplatz. So habe ich im Falle einer Heißhungerattacke immer eine gesunde Alternative bei der Hand.

  • Abwechslungsreiche Kost

    Abwechslung am Speiseplan ist nicht nur köstlich, sondern versorgt auch den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen. Was sich so leicht sagt, ist in der Umsetzung aber häufig schwierig. Dieser Punkt fällt mir sehr schwer. Ich habe einige „Standardgerichte“, die ich sehr oft mache. Die Fastenzeit möchte ich auch dazu nutzen wieder mehrere verschiedene Gerichte zu kochen. Sabina meinte gestern noch, dass sie in diesen 40 Tagen Obst und Gemüse in den Speiseplan einbauen möchte, das sie sonst nicht verwendet – eine sehr gute Idee!

Zusätzliche Informationen

Für den Fall, dass du Interesse an dem Thema hast, habe ich dir hier noch ein paar Informationsquellen zusammengestellt. Ich möchte darauf hinweisen, dass hinter der Auswahl dieser Quellen kein System steckt. Als ich mich über das Thema im Internet schlau gemacht habe, habe ich diese entdeckt und ich verlinke sie dir hier, weil ich sie interessant finde. Solltest du andere Artikel oder Beichte zu dem Thema haben, dann lass gerne einen Kommentar da oder schreibe mir ganz einfach! Und solltest du anderer Meinung sein (und vielleicht dazu Quellen haben), dann mach bitte das Selbe 🙂

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/975296/uebergewicht-diabetes-fruehe-zucker-praegung-haelt-wohl-leben-lang.html

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-04/zucker-gesundheit-grossbritannien-coca-cola-steuer-uebergewicht-suessstoffe-fragen/komplettansicht

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2016-05/zucker-verschwoerung-ernaehrung-fett-uebergewicht

https://www.gesund.at/ernaehrung/clean-eating-schnell-erklaert/

Film: Voll verzuckert;

Gemeinsam gehts leichter

Sabina und ich beginnen also am 6. März zu fasten. Hast du auch Lust dazu? Wir freuen uns total über Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Teile gerne auch deine Erfahrungen mit uns!

Weitere Ideen für die Fastenzeit

Falls du dich ohnehin schon gut ernährst oder dir das Thema nicht so wichtig ist, habe ich hier noch ein paar Ideen für die Fastenzeit für dich:

  • Digital Detox: bewusst auf Smartphone, Fernseher, etc. verzichten und die Zeit anders nutzen;
  • Vegetarisch bzw. vegan: entweder die gesamte Fastenzeit vegetarisch/vegan leben oder es sich für einzelne Tage vornehmen;

  • 40 Tage rauchfrei;
  • Autofasten
  • Müllvermeidung: In der Fastenzeit möglichst unverpackt einkaufen, keine Plastiksackerl verwenden oder Ähnliches;

  • Shopping: 40 Tage nur das kaufen was man wirklich braucht. Das habe ich im November bei meiner Challenge Konsumdiät gemacht – war gar nicht so einfach. Den ersten Artikel findest du hier!

Nun wünsche ich dir noch ein paar entspannte Tage bevor das Abenteuer startet!

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4 Kommentare

    1. Die ersten drei Tage gings mir total gut, Freitag hatte ich dann einen schlechten Tag. Kopfweh und ich wollte unbedingt Schokolade! Aber das verging wieder und jetzt geht’s mir ganz gut. Ich halte es gut aus, bekomme zwischendurch aber schon immer Schokogelüste 😉 Wie geht es dir? Fastest du auch?

  1. Wir haben letztes Jahr für einen Monat auf Zucker verzichtet. Bzw. durften max. 5% im Lebensmittel sein. Obst haben wir auch gegessen, auf Bananen u.ä. zuckerhaltiges Obst in der Zeit verzichtet.
    Die Umstellung war gar nicht sooo schwierig. Ich habe vorher meine Schubladen umgeräumt in erlaubt und verboten, das hat es im Alltag leichter gemacht.
    Chips und so waren erlaubt. Aber ansonsten mussten wir nicht auf viel verzichten, da wir eh meist frisch kochen.
    Und Kopfschmerzen waren bei mir auch am Anfang…
    Am schwierigsten war es morgens beim Frühstück 😄

    1. Super! Hast du Veränderungen bemerkt? Zum Beispiel besserer Schlaf oder Ähnliches? Ich merke total, dass ich jetzt nicht mehr diese Hochs und Tiefs habe wie ich sie vorher (meistens am frühen Nachmittag) hatte. Wie habt ihr das mit den 5% im Lebensmittel gemacht? Habt ihr euch das nach den Inhaltsstoffen ausgerechnet?

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