Der Herbst ist da – die Tage werden kürzer, die Temperatur ist gesunken, der Morgen hüllt sich in Nebel. Eine wunderbare Zeit um etwas für dein Wohlbefinden zu tun – hast du schon mal Ölziehen probiert?


Wie kam ich zum Ölziehen?

Vor mehreren Jahren hat mir eine Bekannte davon erzählt. Sie meinte, dass sie mit dem Ölziehen mal angefangen hat und es seither regelmäßig macht, weil es ihr total gut tut. Ich habe es dann auch einmal ausprobiert, fand es aber irgendwie komisch und habs dann wieder gelassen.
Vor etwa drei Wochen, ich hatte mich ein bisschen erkältet, bekam ich hinter den Schneidezähnen ein kleines Bläschen. Da fiel mir das Ölziehen wieder ein und ich dachte mir: „Probiers doch einfach nochmal!“

Aber was genau ist Ölziehen überhaupt?


Ölziehen – was ist das?

Gandusha (als Ölziehen bekannt) ist eine Methode aus der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda, der viele positive Wirkungen auf den Körper zugeschrieben werden. So soll es den Körper bei der Entgiftung unterstützen indem schädliche Bakterien und Schadstoffe, die sich in den Zahnzwischenräumen sammeln, im Öl gebunden werden sollen. Auch sollen Zahnfleischentzündungen, Zahnbeläge und Mundgeruch reduziert und Karies vorgebäugt werden.

Bild von monicore auf Pixabay

Anwendung

Ölziehen eignet sich als morgendliches Ritual gleich nach dem Aufstehen, also noch auf nüchternen Magen:

  1. Zungenreinigung

    Mit einem ayurvedischen Zungenschaber (oder ersatzweise mit einem Esslöffel) reinigst du zunächst vorsichtig deine Zunge. Dafür setzt du den Schaber – oder den Löffel – hinten an der Zuge an und ziehst nach vorne. Das Ganze mit leichtem Druck. Dadurch entfernst du nicht nur Bakterien und Giftstoffe von deiner Zunge sondern es ist zugleich auch noch eine Massage.

  2. Ölziehen

    Du nimmst etwa einen Esslöffel von einem hochwertigen Öl in den Mund und ziehst, spülst und saugst es im Mund hin und her und durch die Zahnzwischenräume. Das machst du für fünf bis zwanzig Minuten. Du kannst ruhig immer wieder Pausen einlegen, in denen das Öl sich im Mund verteilen und einwirken kann. Nimm nicht zu viel Öl, da der Speichelfluss dabei angeregt wird.

  3. Ausspucken

    Vermeide Gurgeln und schlucke das Öl NICHT hinunter! In ihm sind ja nun die Bakterien enthalten, die du loswerden möchtest. Spucke das Öl am besten in ein Papiertuch und wirf dieses dann weg. Erschreck dich nicht: Beim Ölziehen ändern sich Farbe und Konsistenz des Öls.

  4. Ausspülen und Zähne putzen

    Danach spülst du den Mund – gerne auch mehrmals – mit warmen Wasser aus und putzt dir wie gewohnt die Zähne.

Ich habe mehrmals die Empfehlung gelesen, das Öl für 20 Minuten im Mund zu lassen mit dem Hinweis, dass das Öl diese Zeit braucht um alle Giftstoffe aufzunehmen. Das ist am Anfang für viele zu lang. Deshalb wird geraten mit einigen Minuten zu starten und die Dauer dann von Tag zu Tag zu erhöhen. Ich habe mit etwa 4 Minuten gestartet und ich muss zugeben, dass das bereits eine kleine Herausforderung für mich war.


Welches Öl?

Traditionelle wird Sesamöl verwendet. Du kannst aber auch ein anderes natives, kaltgepresstes Öl verwenden. Zum Beispiel Kokos- oder Olivenöl.
Du musst nicht immer das gleiche Öl nehmen, du kannst auch wechseln wenn du möchtest. Ich benutze zum Zähneputzen ein Zahnöl auf Sesamölbasis, das auch zum Ölziehen geeignet ist. Der Einfachheit halber verwende ich dieses und das passt für mich sehr gut.


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Wie oft kann man Ölziehen?

Ölziehen hat keine „Nebenwirkungen“, daher kannst du es ruhig jeden Tag machen. Wenn du gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch hast, reichen auch durchaus schon 3 – 5 Minuten. Am Anfang ist das ohnehin schon gefühlt eine Ewigkeit.
Diese Zeit kann aber bedenkenlos verlängert werden. Wie bereits erwähnt, empfehlen viele eine Dauer von bis zu 20 Minuten. Eine andere Möglichkeit – falls du nicht vor hast es dauerhaft zu praktizieren – ist es als eine Art Kur von mehreren Wochen zu probieren.


Fazit

Wissenschaftliche Belege gibt es für das Ölziehen nicht. Beziehungsweise gibt es Studien, die aber durchaus kontrovers diskutiert werden. Ob das Ölziehen sich für dich lohnt, musst du selber entscheiden.
Ich mag das frische Gefühl im gesamten Mundraum nach dem Ölziehen – das habe ich so nach dem Zähneputzen nicht. Wenig Aufwand für ein tolles Gefühl! Allerdings habe ich nicht vor die 20-Minuten-Marke zu knacken 😉


Quellen

Hier habe ich dir noch ein paar Quellen verlinkt, damit du dich bei Interesse noch genauer mit dem Thema beschäftigen kannst!

https://www.ayurveda101.at/info/magazin/ayurvedisches-oelziehen-entgiftung-pflege
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/entgiftung-und-ausleitung/oelziehen
https://www.medizin-transparent.at/oelziehen-fettige-zahnhygiene-ohne-wirknachweis/
https://www.konsument.at/gesundheit-kosmetik/oelziehenhttps://rita-ayurveda.at/5-gute-gruende-fuers-oelziehen/

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